DSGVO2026-02-1814 min Lesezeit

Wann ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DPIA) im Finanzsektor Pflicht?

Wann ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DPIA) im Finanzsektor Pflicht?

Introduction

Die Verordnung (EU) 2016/679, bekannt als die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), hat eine Reihe von Anforderungen eingeführt, die Organisationen in der Finanzbranche zu erfüllen müssen. Vor allem die Pflicht zur Durchführung einer Datenschutz-Folgenabschätzung (DPIA) ist hierbei von zentraler Bedeutung. Viele Finanzinstitute interpretieren jedoch die Anforderungen der DSGVO bezüglich der DPIA oft falsch. Sie denken, dass sie nur eine pro forma-Übung durchführen müssen, um den Anforderungen gerecht zu werden. Dies kann jedoch fatale Folgen haben.

Die Bedeutung dieser Anforderung für europäische Finanzdienstleister ist immens. Nicht nur, dass es eine Verpflichtung ist, auch hängt viel daran: Bußgelder, Audit-Misserfolge, operative Störungen und das Risiko einer Schädigung des Unternehmensansehens. Lesen Sie diesen Beitrag, um zu erfahren, wann eine DPIA im Finanzsektor zwingend erforderlich ist und was Sie dagegen tun können, um den Anforderungen zu entsprechen.

The Core Problem

Die Durchführung einer DPIA ist keineswegs nur eine formale Angelegenheit. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil eines umfassenden Datenschutzmanagements, der darauf abzielt, die Sicherheit persönlicher Daten zu gewährleisten und Risiken vor Verstößen gegen die DSGVO zu minimieren. Die Realkosten von Nichtbeachtung dieser Anforderung sind hoch: Bußgelder können bis zu 20 Millionen EUR oder 4 % des jährlichen Umsatzes des Vorjahres betragen (DSGVO Art. 83). Darüber hinaus kann es zu erheblichen Verzögerungen bei Projekten und hohen Kosten für die Anpassung an die Vorgaben kommen, wenn eine DPIA nicht fristgerecht durchgeführt wurde.

Die meisten Organisationen gehen jedoch davon aus, dass die Durchführung einer DPIA lediglich ein vorübergehendes Verfahren ist. Sie denken, dass sie schnell und kosteneffizient abgeschlossen werden kann, ohne dass tiefgreifende Untersuchungen erforderlich sind. Dies ist jedoch eine Fehlerannahme. Eine effektive DPIA muss gründlich und detailliert sein und alle relevanten Aspekte des Datenschutzes berücksichtigen. Dies schließt die Identifizierung aller Arten von Verarbeitungsaktivitäten ein, die möglichen Auswirkungen auf die Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen, die Identifizierung und Bewertung der Risiken sowie die Evaluierung von Maßnahmen zur Minimierung dieser Risiken.

Einige Organisationen behandeln die DPIA als eine reine Hürde, die überwunden werden muss. Sie legen jedoch nicht genug Wert darauf, tatsächlich die Risiken zu identifizieren und zu analysieren und entsprechende Maßnahmen zur Risikominderung zu ergreifen. Dies führt oft dazu, dass Projekte ohne ausreichende Überlegung der möglichen Auswirkungen auf die Datenschutzrechte der Personen in Frage gestellt werden.

Eigendlich spielt die DPIA eine zentrale Rolle im Datenschutzmanagement. Sie ermöglicht es Organisationen, potenzielle Probleme frühzeitig zu identifizieren und zu beheben, bevor sie eskaliert und zu größeren Problemen führt.

Es ist auch wichtig, die verschiedenen Stufen der DPIA zu berücksichtigen. Artikel 35 der DSGVO legt fest, dass eine DPIA erforderlich ist, wenn eine Datenverarbeitung den hohen Risikoträger darstellt, die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen beeinträchtigen könnte. Dies kann der Fall sein, wenn sensible Daten verarbeitet werden, wenn es sich bei der Verarbeitung um eine neue Technologie handelt oder wenn es sich bei der Verarbeitung um eine Massenverarbeitung handelt.

Die meisten Finanzinstitute haben jedoch Schwierigkeiten, diese Anforderungen zu interpretieren und umzusetzen. Sie wissen nicht, wann eine DPIA erforderlich ist und welche Aspekte sie berücksichtigen müssen. Dies führt oft dazu, dass sie entweder zu spät oder gar nicht die erforderlichen Maßnahmen ergreifen.

Ein Beispiel hierfür ist die Verarbeitung von Finanzdaten. Viele Finanzinstitute sind der Meinung, dass sie eine DPIA nur benötigen, wenn sie sensible Finanzdaten verarbeiten. Dies ist jedoch nicht der Fall. Nach Artikel 9 Absatz 1 der DSGVO ist eine DPIA erforderlich, wenn sensible Finanzdaten verarbeitet werden. Darüber hinaus ist eine DPIA erforderlich, wenn es sich bei der Verarbeitung um eine neue Technologie handelt, wie zum Beispiel Künstliche Intelligenz oder Cloud-Computing (Artikel 35 Absatz 3 Buchstabe a der DSGVO).

Diese Missinterpretation kann zu ernsthaften Folgen führen. Nicht nur, dass es Bußgelder geben kann, auch kann es zu operativen Störungen kommen, wenn Projekte gestoppt oder geändert werden müssen. Darüber hinaus kann es zu einer Schädigung des Ansehens des Unternehmens kommen, wenn es offengelegt wird, dass es die Datenschutzanforderungen nicht erfüllt hat.

Die Realität ist, dass eine DPIA ein wesentlicher Bestandteil eines umfassenden Datenschutzmanagements ist. Sie ermöglicht es Organisationen, potenzielle Probleme frühzeitig zu identifizieren und zu beheben und stellt sicher, dass die Rechte und Freiheiten der Personen, deren Daten verarbeitet werden, gewahrt bleiben.

Why This Is Urgent Now

Die Bedeutung der Durchführung einer DPIA hat sich in den letzten Jahren erhöht. Dies ist auf mehrere Gründe zurückzuführen.

Erstens hat die Einführung der DSGVO im Jahr 2018 zu einer erhöhten Aufmerksamkeit für die Datenschutzanforderungen geführt. Die DSGVO legt klare Anforderungen für die Verarbeitung personenbezogener Daten fest und schärft die Verantwortlichkeiten der Organisationen hinsichtlich der Datenschutzmaßnahmen.

Zweitens haben sich die regulatorischen Anforderungen erhöht. Die Finanzaufsichtsbehörden in der EU, wie zum Beispiel die BaFin in Deutschland oder die AFM in den Niederlanden, haben ihre Anforderungen an die Datenschutzmaßnahmen erhöht. Sie erwarten, dass Finanzinstitute eine DPIA bei bestimmten Verarbeitungsaktivitäten durchführen.

Drittens hat sich der Markt verändert. Kunden haben sich stärker für Datenschutz und Sicherheit interessiert und erwarten, dass Organisationen ihre Datenschutzmaßnahmen nachweisen können. Eine DPIA ist ein wichtiges Werkzeug, um zu zeigen, dass die Organisation die Datenschutzanforderungen erfüllt und die Rechte der Kunden gewahrt.

Viertens ist die Konkurrenzsituation gespannt. Organisationen, die die Datenschutzanforderungen nicht erfüllen, haben einen Wettbewerbsnachteil. Sie können nicht nur Bußgelder erhalten, sondern auch Vertrauen verlieren und Kunden verlieren.

Fünftens hat sich die Technologie weiterentwickelt. Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz, Cloud-Computing und Blockchain haben neue Datenschutzherausforderungen geschaffen. Eine DPIA ist ein wichtiger Bestandteil, um diese Herausforderungen zu bewältigen und sicherzustellen, dass die Organisation die Datenschutzanforderungen erfüllt.

Diese Faktoren haben zu einer erhöhten Bedeutung der DPIA im Finanzsektor geführt. Sie ist nicht nur ein einfaches Compliance-Werkzeug, sondern auch ein wichtiges Instrument, um Risiken zu identifizieren und zu beheben und um Kundenvertrauen zu gewinnen. Organisationen, die die Anforderungen der DSGVO nicht erfüllen, riskieren nicht nur Bußgelder, sondern auch Vertrauen und Kunden.

Die Durchführung einer DPIA ist daher dringend erforderlich. Sie ermöglicht es Organisationen, potenzielle Probleme frühzeitig zu identifizieren und zu beheben und stellt sicher, dass die Rechte und Freiheiten der Personen, deren Daten verarbeitet werden, gewahrt bleiben.

Es ist wichtig, die Anforderungen der DSGVO zu verstehen und umzusetzen. Eine effektive DPIA ist ein wesentlicher Bestandteil eines umfassenden Datenschutzmanagements und ein wichtiges Instrument, um Risiken zu identifizieren und zu beheben und um Kundenvertrauen zu gewinnen.

In diesem Beitrag werden wir daher genauer auf die Anforderungen der DSGVO eingehen und zeigen, wann eine DPIA im Finanzsektor zwingend erforderlich ist. Wir werden auch einige praktische Tipps geben, wie Sie eine effektive DPIA durchführen können, um die Anforderungen der DSGVO zu erfüllen und die Risiken zu minimieren.

Die Lösungs-Strategie

Um die Herausforderungen einer Datenschutz-Folgenabschätzung (DPIA) im Finanzsektor effektiv zu bewältigen, ist ein schrittweiser Ansatz notwendig, der sich auf klare Vorgaben und Empfehlungen stützt. Im Folgenden präsentiere ich eine Reihe von Empfehlungen, die dazu beitragen, die DPIA erfolgreich durchzuführen und den Compliance-Standards gemäß der DSGVO und anderen relevanten Vorschriften zu entsprechen.

Schritt 1: Identifizierung von Verarbeitungen, die eine DPIA erfordern

Nach Artikel 35 Absatz 1 DSGVO sind eine Reihe von Verarbeitungsarten vorgegeben, die eine DPIA erfordern. Hierzu gehören unter anderem Verarbeitungen, die ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen bergen könnten. Dazu gehören:

  • Systematische Verwendung von Cookies oder anderen Tracking-Technologien
  • Evaluierung von Betrugsrisiken durch automatisierte Bewertungsverfahren
  • Verwendung von KI-Systemen für die Entscheidungsfindung in Kreditverfahren

Es ist daher entscheidend, diese Verarbeitungsarten frühzeitig zu identifizieren und zu bewerten. Eine detaillierte Analyse der Prozesse und der eingesetzten Technologien ist hierbei unerlässlich.

Schritt 2: Zusammensetzung des DPIA-Teams

Ein erfolgreiches DPIA-Projekt sollte von einem interdisziplinären Team durchgeführt werden, das aus Compliance-Experten, IT-Spezialisten, Datenschutzbeauftragten und ggf. auch externen Beratern besteht. Es ist wichtig, ausreichend Ressourcen und Kompetenzen zusammenzustellen, um die komplexen Aspekte einer DPIA adäquat zu bewältigen.

Schritt 3: Durchführung der Datenschutz-Folgenabschätzung

Die Durchführung der DPIA sollte nach dem Vorschlag der EU-DSGVO in mehreren Phasen unterteilt werden:

  • Datenerhebung und -analyse: Sammeln und analysieren Sie alle relevanten Informationen über die Verarbeitungsart, die beteiligten Daten und die betroffenen Personen.
  • Bewertung und Identifizierung des Risikos: Bewerten Sie das Risiko für die Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen und identifizieren Sie mögliche Alternativen oder Maßnahmen zur Risikominderung.
  • Umsetzung von Maßnahmen zur Risikominderung: Entwickeln und implementieren Sie angemessene Maßnahmen zur Minimierung des identifizierten Risikos.
  • Dokumentation und Überwachung: Dokumentieren Sie die gesamten Erkenntnisse und Maßnahmen in einer sorgfältig erstellten DPIA-Dokumentation und überwachen Sie ihre Wirksamkeit kontinuierlich.

Schritt 4: Kommunikation und Zusammenarbeit mit der Finanzaufsicht

Im Anschluss an die Durchführung der DPIA ist es wichtig, die Ergebnisse und Maßnahmen zur Risikominderung transparent mit der zuständigen Finanzaufsicht zu kommunizieren. Dies kann dazu beitragen, Vertrauen zu schaffen und gleichzeitig Anregungen und Feedback von Experten einzuholen.

"Gut" im Vergleich zu "nur vorbeikommen"

Ein erfolgreiches DPIA-Projekt, das über die reine Erfüllung von Vorschriften hinausgeht, sollte in der Lage sein, die folgenden Kriterien zu erfüllen:

  • Proaktives Risikomanagement: Stärken Sie den Fokus auf proaktive Risikobewertung und -vermeidung anstatt auf reaktive Maßnahmen.
  • Kontinuierliche Verbesserung: Setzen Sie kontinuierliche Verbesserungsprozesse ein, um den Datenschutz und die Compliance stetig weiterzuentwickeln.
  • Austausch und Zusammenarbeit: Fördern Sie den Austausch von Wissen und bewährten Methoden innerhalb Ihres Teams und mit externen Partnern.

Häufige Fehler, die zu vermeiden sind

In den vergangenen Jahren haben wir in der Compliance-Branche eine Reihe von häufigen Fehlern beobachtet, die bei der Durchführung einer DPIA im Finanzsektor unterlaufen sind. Hier sind die Top 3 Fehler und Empfehlungen, wie Sie sie vermeiden können:

Fehler 1: Unzureichende Vorbereitung und Ressourcenzufuhr

Viele Organisationen unterzeichnen die DPIA als reine Compliance-Aufgabe und stellen nicht ausreichend Ressourcen zur Verfügung. Dies führt oft zu einem unzureichenden Verständnis der Anforderungen und zur fehlenden Implementierung wirksamer Maßnahmen zur Risikominderung.

Was Sie stattdessen tun sollten: Stellen Sie sicher, dass Ihre Organisation ausreichend Ressourcen und Kompetenzen zur Verfügung stellt, um den DPIA-Prozess adäquat durchführen zu können. Schließen Sie Experten aus den verschiedenen beteiligten Bereichen ein und investieren Sie in die notwendigen Schulungen und Tools.

Fehler 2: Fehlende Transparenz und Kommunikation

Einige Organisationen kommunizieren die Ergebnisse ihrer DPIA nicht transparent und nicht in ausreichendem Umfang mit den zuständigen Finanzaufsichten. Dies kann zu Missverständnissen führen und die Zusammenarbeit beeinträchtigen.

Was Sie stattdessen tun sollten: Setzen Sie ein klares Kommunikations- und Berichterstattungsprotokoll ein, das die Transparenz und Zusammenarbeit mit den Finanzaufsichten fördert. Stellen Sie sicher, dass alle relevanten Informationen und Ergebnisse der DPIA korrekt und rechtzeitig weitergegeben werden.

Fehler 3: Unzureichende Dokumentation und Nachvollziehbarkeit

In vielen Fällen fehlt es an ausreichender Dokumentation und Nachvollziehbarkeit der Durchgeführten Maßnahmen zur Risikominderung. Dies kann Schwierigkeiten bei der Überprüfung und Evaluierung durch Finanzaufsichten und externe Prüfer mit sich bringen.

Was Sie stattdessen tun sollten: Investieren Sie in eine robuste Dokumentations- und Nachvollziehbarkeits-Strategie, die alle relevanten Erkenntnisse, Entscheidungen und Maßnahmen der DPIA umfassen. Verwenden Sie hierbei qualitativ hochwertige Tools und Systeme, die Ihnen helfen, die Compliance und die Qualität Ihrer Dokumentation aufrechtzuerhalten.

Werkzeuge und Ansätze

Die Durchführung einer DPIA im Finanzsektor kann durch verschiedene Ansätze und Werkzeuge unterstützt werden. Jedoch sind diese nicht alle gleich gut geeignet oder wirksam. Im Folgenden werden die verschiedenen Ansätze und ihre Vor- und Nachteile diskutiert:

Manueller Ansatz

Der manuelle Ansatz zur DPIA-Durchführung hat den Vorteil der Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an individuelle Bedürfnisse. Jedoch kann er zeitaufwändig und fehleranfällig sein, insbesondere bei komplexen Prozessen und einer hohen Anzahl von Verarbeitungsarten.

Wann es funktioniert: Der manuelle Ansatz kann in Fällen sinnvoll sein, in denen die Verarbeitungsvorgänge recht einfach sind und eine geringe Anzahl von Verarbeitungsarten vorliegt.

Tabellenkalkulations-/GRC-Ansatz

Die Verwendung von Tabellenkalkulationsprogrammen oder Governance, Risk & Compliance (GRC)-Tools kann dazu beitragen, die Verwaltung und Dokumentation zu vereinfachen. Jedoch sind diese Methoden oftmals auf eine deskriptive Risikobewertung und -dokumentation beschränkt und bieten wenig Unterstützung bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Risikominderung.

Einschränkungen: Diese Ansätze können schnell an ihre Grenzen stoßen, wenn komplexe Verarbeitungsprozesse und interdisziplinäre Zusammenarbeit erforderlich sind.

Automatisierte Compliance-Plattformen

Automatisierte Compliance-Plattformen wie Matproof können die Effizienz und Wirksamkeit der DPIA-Durchführung erhöhen. Sie bieten verschiedene Funktionen wie AI-gesteuerte Richtlinienerstellung, automatisierte Beweismaterialsammlung von Cloud-Anbietern und Endpunkt-Compliance-Agenten für das Monitoring von Geräten.

Wo es hilft: Automatische Compliance-Plattformen können besonders bei der skalierten und wiederholten Durchführung von DPIAs und bei der kontinuierlichen Compliance-Überwachung hilfreich sein.

Schlussendlich hängt die Wahl des richtigen Ansatzes von den individuellen Anforderungen und den spezifischen Herausforderungen Ihrer Organisation ab. Es ist wichtig, die verschiedenen Optionen sorgfältig zu bewerten und diejenigen zu wählen, die am besten zu Ihren Bedürfnissen und Zielen passen.

Getting Started: Ihre nächsten Schritte

Die Durchführung einer Datenschutz-Folgenabschätzung (DPIA) ist ein wesentlicher Aspekt des Compliance-Managements im Finanzsektor. Hier sind fünf Schritte, die Sie in dieser Woche umsetzen können:

  1. Überprüfen der DSGVO und der NIS2-Richtlinie: Beginnen Sie mit einer gründlichen Überprüfung der Artikel 35 und 36 der DSGVO, die die Anforderungen an die DPIA detailliert beschreiben. Sehen Sie sich auch die NIS2-Richtlinie an, um zu verstehen, wie die Anforderungen für kritische Infrastrukturen sich auf Sie auswirken können.

  2. Identifizieren Sie Ihre Risikoprofile: Bewerten Sie die verschiedenen Verarbeitungsvorgänge in Ihrem Unternehmen und identifizieren Sie jene, die ein hohes Risiko für die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung darstellen. Dies schließt Prozesse ein, die sensible Daten verarbeiten oder weit verbreitete Betroffenheit haben könnten.

  3. Einrichten eines internen DPIA-Teams: Schaffen Sie ein Team aus Fachkräften aus Compliance, IT, Sicherheit und anderen relevanten Abteilungen, um die DPIA durchzuführen. Stellen Sie sicher, dass das Team über ausreichend Expertise verfügt, um die spezifischen Anforderungen und Risiken im Zusammenhang mit Ihren Verarbeitungsvorgängen zu bewerten.

  4. Entwickeln eines DPIA-Frameworks: Aufbauend auf der DSGVO und der NIS2-Richtlinie, entwerfen Sie ein Framework für Ihre DPIA. Dieses sollte alle notwendigen Schritte abdecken, von der Risikoanalyse bis zur Umsetzung von Maßnahmen zur Risikominderung.

  5. Auswirkungen auf Ihre strategischen Pläne analysieren: Integrieren Sie die Ergebnisse der DPIA in Ihre strategischen Pläne. Wenn Sie feststellen, dass bestimmte Projekte oder Verarbeitungsvorgänge hohe Risiken bergen, planen Sie die Anpassung Ihrer Strategien, um diese Risiken zu minimieren.

Ressourcenempfehlungen: Die offiziellen Publikationen der EU und der BaFin sind entscheidend für die Einhaltung der Vorschriften. Hier einige wichtige Ressourcen:

  • DSGVO Artikel 35 und 36
  • Die NIS2-Richtlinie, insbesondere Artikel 12, der die DPIA für kritischen Infrastrukturen vorschreibt
  • BaFin-Leitlinien zur Datenschutz-Folgenabschätzung

Wenn Sie sich unsicher sind oder wenn Ihre Organisation eine komplexe Struktur aufweist, ist es ratsam, externe Hilfe in Betracht zu ziehen. Es kann jedoch auch schnelle Erfolge erzielt werden, indem Sie in den nächsten 24 Stunden eine Orientierungsbesprechung mit Ihrem Compliance-Team durchführen, um die Notwendigkeit und den Umfang einer DPIA zu klären.

Häufig gestellte Fragen

Hier sind einige häufig gestellte Fragen im Zusammenhang mit der DPIA im Finanzsektor:

1. Welchen genauen Umfang muss eine DPIA haben?

Eine DPIA sollte alle relevanten Aspekte der Verarbeitung abdecken. Dies schließt die Identifizierung des Verantwortlichen und der Beauftragten für den Datenschutz, die Ziele der Verarbeitung, die Kategorien der betroffenen Personen und der verarbeiteten Daten, die Kategorien der Empfänger, die Kategorien der verarbeiteten Daten und die Gründe für die Verarbeitung ein. Darüber hinaus sollte sie die erforderlichen Maßnahmen zur Gewährleistung der Datenschutzgrundsätze und zur Risikominderung analysieren. (DSGVO Art. 35(3))

2. Kann ich eine DPIA auch vor der Verarbeitung durchführen?

Ja, eine DPIA sollte in der Regel vor oder bei Inkrafttreten der Verarbeitung durchgeführt werden. Es ist ratsam, die DPIA rechtzeitig durchzuführen, um die Anforderungen der DSGVO und der NIS2-Richtlinie zu erfüllen und potenzielleeinzukreisen. (DSGVO Art. 35(1))

3. Welche Sanktionen können auftreten, wenn ich die DPIA-Pflicht nicht einhalte?

Die Nichtbeachtung der DPIA-Pflicht kann zu Bußgeldern von bis zu 10 Millionen EUR oder 2 % des Gesamtumsatzes des vorangegangenen Geschäftsjahres führen, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Dies zeigt die Ernsthaftigkeit, mit der die EU den Datenschutz fördert. (DSGVO Art. 83(4)(c))

4. Muss ich die Ergebnisse meiner DPIA der Aufsichtsbehörde melden?

Ja, wenn die Verarbeitung ein hohes Risiko birgt, ist es erforderlich, die Ergebnisse der DPIA der zuständigen Aufsichtsbehörde, wie der BaFin, vorzulegen. Dies sollte geschehen, bevor Sie mit der Verarbeitung beginnen oder diese ändern. (DSGVO Art. 36(1))

5. Wie kann ich sicherstellen, dass meine DPIA auf dem neuesten Stand ist?

Um die Aktualität Ihrer DPIA sicherzustellen, sollten Sie regelmäßige Überprüfungen durchführen und bei Bedarf Anpassungen vornehmen. Dies kann in enger Zusammenarbeit mit Ihrem Compliance-Team erfolgen. Es ist wichtig, bei Änderungen der Verarbeitung, der verwendeten Technologie oder der gesetzlichen Rahmenbedingungen die DPIA zu aktualisieren.

Schlüsselerkenntnisse

Zusammenfassend sind hier die wichtigsten Punkte, die Sie aus diesem Artikel mitnehmen sollten:

  • Die Durchführung einer DPIA ist eine gesetzliche Verpflichtung für bestimmte Verarbeitungsvorgänge im Finanzsektor.
  • Eine gründliche Vorbereitung und ein angemessenes Verständnis der DSGVO und der NIS2-Richtlinie sind entscheidend.
  • Eine umfassende und regelmäßige Überprüfung Ihrer DPIA ist notwendig, um die Compliance sicherzustellen.
  • Akzeptieren Sie die Bedeutung der externen Hilfe, wenn Ihre Organisation komplexe Verarbeitungsvorgänge hat oder wenn Sie spezialisierte Know-how benötigen.
  • Matproof kann Ihnen dabei helfen, die automatisierte Compliance mit den Anforderungen der DSGVO und der NIS2-Richtlinie zu gewährleisten. Besuchen Sie unsere Website, um mehr zu erfahren und für eine kostenlose Bewertung zu werden: Matproof Kontakt.
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